Autor: Bernd Trautwein
Nix wie weg
Zusammenfassung: Nach einer verpassten Beförderung liegt der Gedanke nahe, den Arbeitgeber zu wechseln und anderswo neu zu starten. Das kann sinnvoll sein – löst aber nicht automatisch die Ursachen des Frusts. Denn eigene Erwartungen, Verhaltensmuster und blinde Flecken nimmt man mit. Wer sich ehrlich mit dem eigenen Anteil, den Erwartungen des Umfelds und den Gründen für die ausgebliebene Beförderung auseinandersetzt, kann bewusster entscheiden: für einen neuen Arbeitgeber oder für einen veränderten Weg im bestehenden Unternehmen.
Zum neuen Arbeitgeber kommen nach einem Beförderungsfrust auch die Anteile mit, die die Beförderung vielleicht verhindert haben
„Leider klappt es dieses Jahr nicht mit der Beförderung oder dem Wechsel auf die andere Stelle“. Wer dies schon einmal erlebt hat, kennt sicher das Gefühl, das sich neben der Enttäuschung und Niedergeschlagenheit einschleicht: Die Wut auf den/die Vorgesetzten, das System etc.
Da liegt es nahe, sich woanders auf eine Stelle zu bewerben und es „denen“, die mich nicht befördert haben, richtig zu zeigen. Der Gedanke tut oftmals gut und öffnet die Bereitschaft, sich auf dem Arbeitsmarkt umzusehen oder bisher ignorierte Anfragen in den Sozialen Medien doch einmal zu beantworten.
Es kann hilfreich sein, mit den gemachten Erfahrungen an einem anderen Ort, in einer anderen Teamstruktur etc. frisch und unbedarft zu starten. Wenn das nichterfüllte Ziel und dessen Ursachen gründlich erforscht, Handlungsmaßnahmen für die eigenen Anteile am verpassten Ziel definiert und Erwartungen an das Umfeld geschärft werden.
Es kann aber auch so sein, dass der Blick sich stark auf das Außen fokussiert. Auf die Vorgesetzten, die keine Wertschätzung entgegengebracht haben oder die nur Ihre Buddies befördern. Die die Genialität, den Arbeitsfleiß, die Kollegialität des/der gemiedenen nicht kennen oder nicht den Mut hatten, offen zu sagen, was noch fehlt.
„Momente der Fehlschläge und des Scheiterns habe ich in meiner Laufbahn auch erlebt. Ich kann sie inzwischen als Halte- und im besten Fall als Wendepunkte begreifen.“
Es gibt eine harte Rückmeldung der mich beschäftigenden Organisation, die zur Reflektion einlädt.
Diese erfolgt am besten mit einem Gegenüber (auch wenn das gewohnte Vorgehen ist, die Dinge mit sich selbst zu klären):
- Wo erzeugt mein Verhalten Widerstände oder Unsicherheit bei meinem Gegenüber?
- Habe ich mich gezeigt, wo ich mich hätte zeigen können und in der Form, wie ich es mir wünsche?
- Wo brauche ich Hilfe und Unterstützung, die mich bisher gar nicht getraut habe zu kommunizieren?
- Wo sehe ich zu sehr mich und zu wenig die Organisation mit deren Werten und Gepflogenheiten, weil ich mich zu sehr von meiner „besten Seite“ zeigen wollte?
- Nehme ich etwas persönlich, was gar nichts mit mir zu tun hat?
- Ist mir klar, was erwartet wird bzw. war meinem Gegenüber klar, was ich erwarte?
Solche Fragen solle nicht im Sinne einer Rationalisierung verstanden werden, d.h. das sich die/der Betroffene erklärt, warum es nicht funktioniert hat oder das es (wieder mal) an der eigenen Unfähigkeit liegt.
Sie helfen Bedürfnisse, Muster und Vorerwartungen sich bewusst zu machen, wahrzunehmen und ein schematisches Fahrwasser zu identifizieren, wie in solchen Situationen (in denen etwas erreicht werden soll) zur Anwendung kommen.
Die Bearbeitung kann alternative Handlungsmöglichkeiten, einen geschärften Fokus, was man selbst und im Umfeld braucht, um voranzukommen, bereitstellen und somit den Weg zur Beförderung in der aktuellen oder einer dann bewusst gewählten Alternativorganisation ebnen.
Mein „Beförderungs-Readiness-Check“ klärt diese Punkte sogar im Vorfeld und hilft ggfs., Frusterlebnisse zu reduzieren.
Coach
Sollten Sie Unterstützung bei Ihrer persönlichen Entwicklung benötigen, dann bieten ich Ihnen im ersten Schritt ein kostenfreies 30-minütiges Gespräch im Videocall an.