Autor: Bernd Trautwein
Beförderungs-Pitch vorbereiten: Worauf es ankommt
Zusammenfassung: Im Beförderungs-Pitch wird weniger geprüft, was Sie geleistet haben, als ob man Ihnen die neue Rolle zutraut. Es überzeugt eine klare Botschaft mit wenigen Belegen und einer erkennbaren Ambition. Und gute Antworten auf die Fragen, die mit Sicherheit kommen.
Kein Vortrag über den Lebenslauf
Beförderungen werden in den Häusern unterschiedlich gehandhabt. Häufig gehört eine Präsentation dazu, der Beförderungs-Pitch. Viele bereiten ihn vor wie eine Projektpräsentation, mit vielen Folien und möglichst allen Erfolgen.
Mein schlimmster Beförderungs-Pitch war einer, den ich im stillen Kämmerchen für mich alleine vorbereitet habe. Ich habe mein Produkt erklärt. Ich habe gezeigt, wie fachlich herausragend ich bin. Ich hätte zeigen sollen, wie ich als Unternehmer die Firma voranbringe, indem ich einen Markt bearbeite. Das hat die Zuhörenden sichtlich gelangweilt. Für mich war es ein harter Aufschlag. Aber ein wichtiger. Danach hatte ich meine Lektion gelernt und konnte mein Denken ändern.
Ein Pitch überzeugt, wenn er Folgendes leistet:
- Eine Botschaft: Was sollen die Zuhörer nach zehn Minuten über Sie sagen? Schreiben Sie diesen Satz auf, bevor Sie die erste Folie bauen.
- Wenige Belege: Drei Ergebnisse, die diese Botschaft stützen, reichen. Zwanzig verwässern sie.
- Eine klare Ambition oder Vision: Wo möchten Sie hin? Sie baut auf den Belegen für Ihre Botschaft auf.
- Überzeugende Antworten: Die kritischen Fragen kennen Sie meist schon, etwa zu einer Schwäche aus der letzten Beurteilung, einem schwierigen Projekt oder einem fehlenden Umsatzbeitrag. Antworten Sie darauf, ohne sich zu rechtfertigen.
Für den Aufbau genügt meist ein einfaches Raster. Wo stehen Sie heute, was wollen Sie auf der nächsten Stufe erreichen, und warum kann man Ihnen das zutrauen? Was keinen dieser Teile stützt, kann raus.
„Im Pitch zeigen Sie, wer Sie auf der nächsten Stufe sein werden. Ihre bisherigen Erfolge sind der Beleg dafür.“
Am meisten unterschätzt wird das Üben. Im Kopf läuft jeder Pitch flüssig. Erst laut und vor jemandem, der kritisch nachfragt, merken Sie, wo die Botschaft verloren geht, wo Sie zu lange erklären und wo Sie anfangen, sich zu verteidigen. Wohlmeinende Zuhörer helfen dabei wenig.
Planen Sie dafür Zeit ein. Wer den Pitch erst in der Woche vor der Runde baut, kann aus einem Probelauf nichts mehr lernen. Beginnen Sie besser spätestens drei Monate vorher, mit dem Business Case als Grundlage.
Fragen an Sie
- Welcher eine Satz soll nach Ihrem Pitch über Sie gesagt werden?
- Welche Frage fürchten Sie am meisten, und wie lautet Ihre Antwort in drei Sätzen?
- Vor wem haben Sie Ihren Pitch zuletzt laut gehalten?
Im → Beförderungs-Check gehen wir diese Fragen gemeinsam durch, und ich sage Ihnen offen, wie Ihr Stand aus meiner Erfahrung wirkt.
Coach
Sollten Sie Unterstützung bei Ihrer persönlichen Entwicklung benötigen, dann biete ich Ihnen im ersten Schritt ein unverbindliches 30-minütiges Gespräch im Videocall an.