Autor: Bernd Trautwein

Business Case für die Beförderung: Was hineingehört

Beförderungs-Check | Der Business Case für die Beförderung

Zusammenfassung: Ein Business Case für die Beförderung beschreibt, was Sie auf der nächsten Stufe beitragen werden. Was Sie heute leisten, liefert dafür die Belege. Dazu braucht er eine Richtung, also wofür Sie stehen und was Sie erreichen wollen.


Ein Rückblick statt eines Plans

Viele Business Cases für die Beförderung lesen sich wie Leistungsnachweise. Sie zählen Projekte auf, die Auslastung und zufriedene Kunden. Das stimmt alles und beantwortet doch die falsche Frage. Die Runde will wissen, was diese Person auf der nächsten Stufe beitragen wird. Und warum man ihr das glauben sollte.

„Du hast tolle Zahlen und Erfolge. Ich kann aber nicht die Person, die dahintersteht, erkennen. Erzähle mir, wofür du stehst und wie du dein Geschäft machst. Wie du Kunden und dein Team überzeugst, mit dir zu arbeiten. Dann zeige mir, was wir als Firma, unsere Mitarbeiter und unsere Kunden davon haben, wenn wir dich befördern.“ Diese Worte eines Vorgesetzten aus Großbritannien waren für mich einer der wichtigsten Aha-Momente meines Berufslebens. Bei ihm habe ich diese Denkweise zum ersten Mal verstanden. Davor habe ich meine Leistung belegt und erwartet, dass sie abgehakt wird. Danach konnte ich meine Leistung emotionalisieren und andere mit auf meine Reise zu meinen Ambitionen nehmen. Das hat mir seitdem bei vielen Entscheidungen geholfen.

Was hineingehört, hängt von der Stufe ab. Die Häuser gewichten das unterschiedlich, grob gilt aber:

  • Zum Manager: Akquise, Projekte eigenständig leiten, verlässliche Qualität, Auslastung und Weiterentwicklung des Teams
  • Zum Senior Manager: Verantwortung für Mandate, eigene Kundenbeziehungen, größere Beiträge zur Akquise, Entwicklung des Teams
  • Zum Director: Akquiseerfolg und Umsatz, ein Thema, für das Sie im Markt stehen, Beitrag zum Geschäft des Bereichs
  • In die Geschäftsführung einer mittelständischen Beratung: Verantwortung für das Ganze: Ergebnis, Mitarbeitende und die Entwicklung des Hauses

 

„Ein guter Business Case beschreibt, wer Sie in zwei Jahren sind. Und er belegt, warum man Ihnen das glauben kann.“

Mit Zahlen allein überzeugt kaum ein Case. Tragfähig wird er, wenn Sie als Person, Ihre Zahlen und Ihre Ambition zu den Erwartungen an die neue Rolle passen. Und wenn man Ihnen zutraut, diese Erwartungen dauerhaft zu erfüllen. Wofür stehen Sie? Was wollen Sie in der neuen Rolle erreichen? Und welche Ihrer bisherigen Ergebnisse machen das glaubwürdig? Fehlt eines davon, bleibt am Ende eine Liste oder eine bloße Behauptung.

Achten Sie auch darauf, wem Ihr Beitrag nützt. Ein Case, der nur Ihre eigenen Zahlen zeigt, wirkt schnell wie der Plan eines Einzelkämpfers. Mehr überzeugt, was auch Bereich und Team etwas bringt. Das können Kunden sein, von denen andere profitieren, ein Thema, an dem Kolleginnen und Kollegen mitarbeiten, oder Nachwuchs, den Sie entwickeln.

Zum Schluss ein einfacher Test. Geben Sie Ihren Case jemandem, der Sie kaum kennt, und bitten Sie die Person, ihn in zwei Sätzen wiederzugeben. Gelingt das nicht, ist der Case zu lang oder zu unklar. In der Runde wird über Sie ohnehin meist in zwei Sätzen gesprochen.

Fragen an Sie

  • Welche drei Ergebnisse belegen Ihren Beitrag, und passen sie zur Zielstufe?
  • Was wollen Sie in den ersten zwölf Monaten auf der neuen Stufe erreichen?
  • Wofür sollen Kolleginnen, Kollegen und Kunden Sie in zwei Jahren kennen?

Im → Beförderungs-Check gehen wir diese Fragen gemeinsam durch, und ich sage Ihnen offen, wie Ihr Stand aus meiner Erfahrung wirkt.

Bernd Trautwein

Coach

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