Autor: Bernd Trautwein
Wie werde ich befördert? Was in Beförderungsrunden tatsächlich zählt
Zusammenfassung: Die Beförderungskriterien bringen Sie ins Verfahren. Entschieden wird dann über etwas anderes: ob Sie in Denken und Verhalten schon in der neuen Rolle angekommen sind und ob Sie die Entscheider davon überzeugen. Das gelingt eher, wenn Sie selbst von sich überzeugt sind und andere für Sie sprechen.
Eine Beförderung basiert auf der Überzeugung der Entscheider
Nach meiner Erfahrung gibt es ein uneinheitliches Bild zur Frage, ob die Beförderungskriterien transparent vorliegen oder sich aus den Kriterien der Regelbeurteilungen implizit ableiten. Typischerweise finden sich Fachlichkeit, Kundenorientierung, Teamführung, Akquise, Kommunikation und manchmal auch Leadership. Wer befördert werden will, sollte stets versuchen, möglichst viele Punkte zu erfüllen.
Wenn ich über Beförderungen mitentschieden habe, waren die oben genannten Kriterien gegeben. Deren Erfüllung hat die Kandidatin bzw. der Kandidat in das Verfahren gebracht. Entscheidend für mein Urteil war mein Eindruck, ob die Persönlichkeit, das Denken und die Verhaltensweisen bereits in der neuen Rolle angekommen waren oder nicht. Es zählen die Wirkung der Person und das Vertrauen, das sie den Entscheidern vermittelt. Voraussetzung dafür ist auch, ob die Kandidatin bzw. der Kandidat selbst von sich überzeugt ist oder auf eine Validierung von außen wartet.
„Befördert wird, wem man die nächste Stufe zutraut. Dieses Zutrauen entsteht lange vor der Runde.“
In der Runde sitzen Menschen, die Sie unterschiedlich gut kennen. Wer Sie kaum kennt, verlässt sich auf das Urteil der anderen. Also zählt, wer für Sie spricht -- und was diese Person über Sie sagen kann.
Je höher die Stufe, desto stärker gilt das. Vor der Beförderung zum Manager sieht Ihre Führungskraft Ihre Arbeit noch jeden Tag. Über Directors reden zunehmend Menschen mit, die Ihre Projekte nur aus Berichten kennen. Dann wird das, was andere über Sie erzählen, zur wichtigsten Grundlage.
Kriterien abzuhaken bringt Sie deshalb nur begrenzt weiter. Machen Sie es lieber Ihren Fürsprechern leicht. Die brauchen ein klares Bild, wofür Sie stehen, und einen Beitrag zum Geschäft, den sie in zwei Sätzen wiedergeben können. Wie Sie diesen Beitrag aufbereiten, beschreibe ich im Artikel zum → Business Case für die Beförderung. Verlangt Ihr Haus eine Präsentation, hilft der Artikel zum → Beförderungs-Pitch.
Fragen an Sie
- Wer spricht in der nächsten Runde für Sie, und was würde diese Person in zwei Sätzen über Sie sagen?
- Welchen Beitrag zum Geschäft können Sie belegen, und zwar für die Stufe, auf die Sie wollen?
- Wo haben Sie in den letzten Jahren einen Unterschied gemacht, und wer hat es gesehen?
Im → Beförderungs-Check gehen wir diese Fragen gemeinsam durch, und ich sage Ihnen offen, wie Ihr Stand aus meiner Erfahrung wirkt.
Coach
Sollten Sie Unterstützung bei Ihrer persönlichen Entwicklung benötigen, dann biete ich Ihnen im ersten Schritt ein unverbindliches 30-minütiges Gespräch im Videocall an.